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Mobil, flexibel oder alternierend? - Neue Formen der Arbeit!

Es war ein erzwungener Schritt: Die COVID-19-Pandemie hat viele Arbeitgeber veranlasst, sich gegenüber flexiblen Arbeitsformen zu öffnen. Das Interesse vieler Kolleginnen und Kollegen an „flexiblen Arbeitsformen“ ist allerdings – auch ohne Corona – ungebrochen.

Was aber genau sind „Flexible Arbeitsformen“? Hier gibt es verschiedenste Ausgestaltungen, die wir Ihnen gerne erläutern wollen:

 

Home-Office


Unter dem sogenannten Home-Office versteht man einen festen Telearbeitsplatz in den eigenen vier Wänden. Der Arbeitgeber stellt dafür die Büroausrüstung oder spezielle Arbeitsausrüstung wie beispiels-weise einen Computer oder sogar das Mobiliar. Beschäftigte, die einen Telearbeitsplatz im Home-Office nutzen, müssen dort zu den vereinbarten Arbeitszeiten erreichbar sein.

Home-Office-Arbeitsplätze unterliegen dem Arbeitsschutz- und Arbeitsstättenrecht. Für Home-Office-Arbeitsplätze findet also die Arbeitsstättenverordnung Anwendung.

Nach § 3 der Arbeitsstättenverordnung müssen Arbeitgeber beim Einrichten und Betreiben von Arbeits-plätzen eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung vornehmen. Dabei ist festzustellen, ob die Beschäftigten am Arbeitsplatz Gefährdungen ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein können. Arbeitgeber haben darüber hinaus auch die physischen und psychischen Belastungen sowie bei Bildschirmarbeitsplätzen insbesondere die Belastung der Augen oder die Gefährdung des Sehvermögens der Beschäftigten zu berücksichtigen. Für Home-Office-Arbeitsplätze gilt die Besonderheit, dass lediglich die erstmalige Beurteilung der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsplatzes einer Gefährdungsprognose zu unterziehen ist.

Beschäftigte im Home-Office genießen wie alle anderen Beschäftigten den vollen Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings können sich für Beschäftigte im Home-Office besondere Abgrenzungsfragen hinsichtlich nicht versicherter privater Verrichtungen und versicherter betrieblicher Tätigkeiten ergeben. Nicht versichert sind Unfälle, die im Rahmen einer „eigenwirtschaftlichen Tätigkeit“ innerhalb des Wohngebäudes entstehen. Der gesetzliche Unfallschutz gilt daher nicht für den Weg vom häuslichen Büro zur Küche oder zur Toilette.

Mobiles Arbeiten

Mobiles Arbeiten beschreibt das Arbeiten mit mobilen Endgeräten wie Smartphone und Laptop außerhalb der Dienststelle. Im Unterschied zum Home-Office, bei dem der Arbeitsort vorgegeben ist, bleibt es beim Mobilen Arbeiten den Beschäftigten selbst überlassen, wo der Arbeitsauftrag erfüllt wird. Ein Zugabteil kann dann ebenso gut wie ein Café kurzfristig das Büro in der Dienststelle oder im Home-Office ersetzen.

Das Arbeitsschutzgesetz findet auch beim Mobilen Arbeiten uneingeschränkt Anwendung, nicht dagegen die Arbeitsstättenverordnung – Mobiles Arbeiten ist kein Home-Office im Sinne der Arbeitsstättenverordnung. Da im Rahmen des Mobilen Arbeitens eine Einrichtung fester Arbeitsplätze gerade nicht stattfindet und die Flexibilisierung der Arbeitsumstände das vorrangig angestrebte Ziel ist, liegt es in der Natur der Sache, dass auch Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung einen anderen Fokus einnehmen. Die Beschäftigten trifft eine erhöhte Verantwortung, selbst auf die Einhaltung der Schutz- und Gesundheitsvorschriften zu achten, da sie den überwiegenden Teil der Umstände ihrer Arbeit selbst bestimmen und die Arbeit außerhalb des arbeitgebereigenen „Herrschaftsbereichs“ verrichtet wird.

(Alternierende) Telearbeit

Die weitaus meisten Beschäftigten arbeiten jedoch weder vollständig im Home-Office oder gänzlich mobil – im Fokus steht vielmehr die alternierende Telearbeit. Telearbeit bedeutet zunächst, dass Beschäftigte im Rahmen ihrer festgelegten Arbeitszeit außerhalb der Dienststelle im Privatbereich arbeiten.

Bei der alternierenden Telearbeit üben Beschäftigte ihre Tätigkeit teils in der Dienststelle und teils an ihrem Telearbeitsplatz außerhalb des Unternehmens aus. Hinsichtlich Arbeitsschutz, Arbeitsstättenverordnung und gesetzlicher Unfallversicherung gilt ein Mix aus den Ausführungen zum Home-Office und den üblichen Regelungen bei der Arbeitserbringung in der Dienststelle.

Wohnortnahes Arbeiten

Hierunter versteht man in aller Regel einen wohnortnahen Zweitarbeitsplatz. Dieser wohnortnahe Zweit-arbeitsplatz befindet sich in räumlicher Nähe zum Wohnort des Beschäftigten an einem festen Standort innerhalb einer von dem jeweiligen Sozialversicherungsträger genutzten Immobilie. Die Arbeitsleistung kann an einem oder mehreren Tagen in der Woche erfolgen.

Da die Erbringung der arbeitsvertraglich geschuldeten Leistung auch beim Zweitarbeitsplatz in der Immobilie des Arbeitgebers erfolgt, gelten hinsichtlich Arbeitsschutz, Arbeitsstättenverordnung oder gesetzlichem Unfallschutz alle Regelungen, die für einen Büroarbeitsplatz gelten.

Egal ob Home-Office, mobiles oder wohnortnahes Arbeiten oder auch alternierende Telearbeit: Bisher – Stand Sommer 2020 – gibt es keinen gesetzlichen oder tarifvertraglichen Anspruch, aber auch keine Pflicht! Dies soll sich nach den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil jedoch künftig ändern: „Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Home-Office arbeiten können – auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist“, erklärte Heil.

Warten wir also auf das, was dann im Herbst kommen soll …

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