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06.05.2020

Privatisierung der Krankenhäuser – Fehler korrigieren

Die Corona-Pandemie macht gravierende Systemfehler des deutschen Gesundheitswesens sichtbar. Zu diesem Schluss kommt der GdS-Bundesvorsitzende Maik Wagner in einer Analyse. Die Privatisierung von Krankenhäusern und deren Finanzierung müsse daher kritischer denn je hinterfragt werden.

„Die Corona-Pandemie hat das Gesundheitswesen in Deutschland in den letzten Wochen stark gefordert, doch bisher nicht überfordert. Dafür gab es zu Recht viel Lob. Krankenhäuser sind bis dato gut auf COVID-19-Patienten vorbereitet, auch weil planbare Operationen und Therapien verschoben wurden, wo es möglich war“, so Wagner. „Das hat allerdings auch massive Auswirkungen auf die Finanzierung der Krankenhäuser, denn viele Operationen sind für die Krankenhäuser lukrativer als die Behandlung von COVID-19-Patienten. Dieses Geld müssen die Krankenhäuser wieder reinholen. Denn als Wirtschaftsunternehmen, die viele Krankenhäuser de facto sind, müssen sie Gewinne erwirtschaften.“


„Hier läuft etwas Grundsätzliches schief. Aus meiner Sicht waren viele Privatisierungen im öffentlichen Dienst – und dazu zähle ich insbesondere die Gesundheitsversorgung – ein Fehler“, so der GdS-Bundesvorsitzende. „Der Zwang zur Gewinnmaximierung in deutschen Krankenhäusern führt zu Sparmaßnahmen auf Kosten von Patienten, Ärzten, Pflegepersonal und anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen. Darüber hinaus setzen die sogenannten »Fallpauschalen« mitunter völlig falsche finanzielle Anreize.“


Wagner fordert: „Fehler aus der Vergangenheit müssen analysiert und korrigiert werden. Die GdS wird daher gemeinsam mit dem dbb verstärkt den Finger in diese Wunde legen. Wir brauchen eine starke öffentliche Hand. Privatisierungen in der Daseinsvorsorge sollten wir deshalb stärker denn je hinterfragen.“

 

 

 

 


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